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Jeder, der schon einmal in einer Behörde – oder in einem großen Unternehmen – gearbeitet hat, kennt die Frustration beim Rollout eines neuen Systems. Die Technologie mag beeindruckend sein, doch oft dauert es zu lange, bis man damit wirklich arbeiten kann. Sie ist nicht intuitiv und wird eher zur Pflicht als zur Unterstützung im Arbeitsalltag. Viel zu häufig wird bei der Implementierung von Technologie das Wichtigste vergessen: die Menschen, die sie nutzen.

Bei Hitachi Solutions sind wir überzeugt: Technologie sollte den Menschen dienen – nicht umgekehrt. Deshalb verfolgen wir den Ansatz human-centric by default. Das bedeutet, Lösungen so zu gestalten, dass sie den Menschen in seiner ganzen Komplexität berücksichtigen – mit Emotionen, individuellen Arbeitsweisen und vielfältigen Formen der Interaktion mit Systemen und Kolleg:innen. Es reicht nicht, nur in „Usern“ oder „Kund:innen“ zu denken. Wir müssen Menschen als Menschen verstehen – mit einzigartigen Bedürfnissen, Einschränkungen und Verantwortlichkeiten, die über ihre Rolle in einem Prozess oder einer Abteilung hinausgehen.

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Warum „Human“ und nicht „User“ oder „Customer“?

Der Begriff User ist in Technologie und Design weit verbreitet, reduziert Individuen jedoch oft auf ihre Interaktion mit einem System – ohne ihren persönlichen Kontext. Zudem wird er häufig funktionalisiert: „Mit wie vielen Usern haben Sie getestet?“ Customer wiederum impliziert eine rein transaktionale Beziehung, bei der der Informationsaustausch im Mittelpunkt steht, nicht der Mensch. Human ist umfassender: Es anerkennt, dass Menschen Emotionen, Körperlichkeit und Unvorhersehbarkeit in ihre Interaktionen mit Technologie einbringen.

Beispiel: Studien zeigen, dass Stress die kognitive Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Überlastete Menschen tun sich schwer mit langen Formularen, unübersichtlichen Texten oder unklaren Prozessen. Indem wir Design um den Menschen herum denken – und nicht nur um den „User“ –, schaffen wir Lösungen, die in realen Kontexten funktionieren, nicht nur in idealisierten Szenarien.

 

Wie können Prozesse human-centric gestaltet werden?

Wir sind überzeugt: Human-Centric bedeutet, vier verschiedene Schwerpunkte miteinander in Einklang zu bringen.

 

 

1. Einfach nutzbar

Der erste Schritt ist, die beteiligten Menschen wirklich zu verstehen. Dazu gehört Forschung, um herauszufinden, wer das System nutzt – und nicht nur, welche technischen Herausforderungen bestehen. Wichtig ist, zu verstehen, wie das System in das breitere Arbeitsumfeld und die Kultur eingebettet ist.

Personas helfen, diese Erkenntnisse greifbar zu machen: Sie basieren auf realem Verhalten, Workflows und Emotionen und stellen sicher, dass Lösungen mit Empathie und Relevanz entwickelt werden. Stress, Multitasking und Entscheidungsmüdigkeit müssen berücksichtigt werden – damit Systeme nicht nur technisch funktionieren, sondern sich auch intuitiv und vertrauensvoll bedienen lassen.

Ein weiterer Schlüssel: Co-Design mit Mitarbeitenden und Stakeholdern. So fügt sich Technologie nahtlos in bestehende Abläufe ein, anstatt sie zu stören. Interfaces sollten die kognitive Belastung reduzieren, Zugänglichkeit muss von Anfang an mitgedacht werden – damit auch Menschen mit unterschiedlicher digitaler Erfahrung oder physischen Einschränkungen von den Lösungen profitieren.

 

2. Effizienz und Mehrwert liefern

Veränderung kann überwältigend sein. Deshalb sind Verständlichkeit und Klarheit entscheidend, um Akzeptanz zu schaffen. Kommunikation sollte transparent, frei von Fachjargon und immer ein Dialog sein – Menschen eine Stimme geben, Fragen beantworten, Bedenken ernst nehmen und Prozesse anpassen.

3. Effektiv nutzbar

Digitale Transformation entfaltet ihren Wert nur dann, wenn Systeme einfach zu nutzen sind und Akzeptanz finden. Lösungen müssen Reibung minimieren, sodass Mitarbeitende schnell starten können. Auch die zugrunde liegenden Prozesse sollten vor einer technischen Umsetzung auf Effizienz und Einfachheit überprüft werden.

Gezielte Unterstützung – durch Power-User, Coaching oder Helpdesks – schafft Sicherheit. Trainings sollten in bestehende Workflows eingebettet werden, nicht zusätzliche Hürden schaffen. Praxisnahes Lernen, kurze Anleitungen und kontinuierliche Begleitung sichern eine langfristige Einführung.

4. Einfach erweiterbar, unterstützbar und aktualisierbar

Die erfolgreichsten Transformationen berücksichtigen Langfristigkeit. Technologie entwickelt sich weiter – ebenso wie die Bedürfnisse der Menschen, die sie nutzen. Zu viel individuelle Anpassung mag kurzfristig attraktiv wirken, führt aber schnell zu unflexiblen „Legacy-Systemen“.

Technologie sollte menschliche Entscheidungen unterstützen, nicht ersetzen. KI und Automatisierung müssen mit Bedacht eingesetzt werden – als Unterstützung, nicht als Ersatz menschlicher Urteilsfähigkeit.

Menschen im Fokus: Realität von Human-Centric Design

Damit human-centric design greifbar wird, lohnt ein Blick auf echte Menschen:

   Alex, the Policy Officer

Alex, Policy Officer
Alex arbeitet in einem dynamischen Regierungsumfeld und jongliert Politikentwicklung mit ministeriellen Anfragen. Ein neues System soll Entscheidungen vereinfachen, erfordert aber mehrere Logins, eine steile Lernkurve und liefert Ergebnisse, die nicht zum realen Bedarf passen. Folge: Alex umgeht das System, Effizienz sinkt.

Ein human-centric Ansatz würde:

  • das System an Alex’ Zeitdruck anpassen, mit simpler Integration und klarer Oberfläche

  • kontextbezogene Lernmaterialien statt langer Standardtrainings bieten

  • Ergebnisse liefern, die wirklich die Arbeit der Policy-Teams unterstützen

 

  Priya, the Caseworker

Priya bearbeitet Förderanträge. Jeder Fall ist komplex und detailreich. Ein neues System soll Effizienz schaffen, ist aber nicht an ihre Arbeitsweise angepasst. Es überfordert mit unnötigen Feldern, Automatisierung berücksichtigt keine Einzelfälle. Ergebnis: mehr manueller Aufwand, weniger Effizienz.

Ein human-centric Ansatz würde:

  • Tests mit Caseworkern vor der Einführung durchführen

  • Automatisierung anpassen, um Priyas Entscheidungen zu unterstützen, nicht zu ersetzen

  • Flexibilität bieten, damit Workflows an reale Fälle angepasst werden können

 

Warum „by default“ entscheidend ist

„By default“ bedeutet: etwas geschieht standardmäßig – ohne zusätzlichen Aufwand.
Human-Centric by default heißt, dass wir automatisch die bestmögliche Lösung für Menschen suchen. Kompromisse sind möglich, aber der Ausgangspunkt ist immer der Mensch. Es ist kein Prinzip „on top“, sondern die Grundeinstellung für Design und Umsetzung.

 

Technologie für Menschen, nicht nur für Systeme

Ein technisch perfektes System kann scheitern, wenn es nicht für die Menschen funktioniert, die es nutzen sollen. Human-Centric by default heißt deshalb:

  • Lösungen für reale Szenarien entwickeln, nicht nur für ideale Workflows

  • Emotionale und kognitive Faktoren berücksichtigen (Stress, Müdigkeit, Multitasking)

  • Balance zwischen aktuellen Bedürfnissen und langfristiger Anpassbarkeit finden

  • Vertrauen schaffen durch intuitive Gestaltung

Bei Hitachi Solutions implementieren wir nicht einfach Technologie – wir entwickeln Lösungen, die für Menschen funktionieren. Denn: Wenn Menschen erfolgreich sind, sind es auch Organisationen.

 

„Genau das bedeutet Human-Centric by Default in seiner ganzen Tiefe.“