Erfolg teilen: Low-Code-Ideen, die es wert sind, geteilt zu werden
Anfang September haben wir gemeinsam mit Führungskräften aus der ressortübergreifenden Low-Code-Community Kolleginnen und Kollegen aus 17 Behörden zu einem offenen Austausch zusammengebracht. Im Fokus stand die Frage, welchen konkreten Mehrwert Low Code im öffentlichen Sektor tatsächlich liefert. Der Workshop orientierte sich an realen Erfahrungen: Was funktioniert, wo liegen Hürden und wie lassen sich Ergebnisse skalieren. Trotz der Vielzahl an Themen blieben einige Chancen und Risiken zeitlich unterbelichtet.
Dieser Beitrag greift genau diese Punkte auf: kleine, praxisnahe Muster mit großer Wirkung sowie stille Risiken, die – wenn sie unbeachtet bleiben – Fortschritt ausbremsen können. Die Erkenntnisse werden geteilt, damit sie behördenübergreifend aufgegriffen, angepasst und weiterentwickelt werden können.
Chancen aus dem Workshop
Die Stimmung war pragmatisch. Weniger Proofs of Concept, mehr Proofs of Value. Besonders prägend war das Beispiel eines kleinen Policy-Teams, das in kurzer Zeit einen funktionierenden Prototyp entwickelte, mit Nutzern testete und anschließend klar entschied, was skaliert und was beendet wird. Kurze Zyklen und sichtbare Ergebnisse – diese Arbeitsweise gilt es beizubehalten.
Ebenfalls hervorzuheben ist der Aufbau interner Communities of Practice. Dort, wo Führungskräfte eine verantwortliche Community-Leitung benennen und ein kleines Budget für Schulungen, Sprechstunden und sichere Templates bereitstellen, steigt das Qualitätsniveau deutlich. Gute Muster werden übernommen, Support-Anfragen sinken. Kultur ist häufig der stärkste Beschleuniger.
Relevante Risiken – und wirksame Antworten
Wiederkehrende Themen waren Sicherheit, Legacy-Integrationen, Lizenztransparenz und wahrgenommene Abhängigkeiten. Diese Herausforderungen wurden dort am besten gemeistert, wo frühzeitig verhältnismäßige Kontrollmechanismen eingeführt wurden. Darüber hinaus gab es weitere Chancen und Risiken, die nun besondere Aufmerksamkeit verdienen.
Chance: Schnellere Policy-Prototypen ohne Bruch bestehender Change-Control-Prozesse.
Unsere Einschätzung: Abgegrenzte Testumgebungen mit zeitlich begrenzten Daten, kurzen Datenschutz-Checks und klarer Sponsorship-Struktur schaffen Geschwindigkeit ohne Schatten-IT.
Chance: Verbesserte Datenqualität direkt am Entstehungspunkt.
Unsere Einschätzung: Einheitliche Erfassungsmuster, Referenzdaten und automatische Validierungen reduzieren spätere Korrekturaufwände erheblich.
Chance: Kompetenzaufbau an der operativen Front.
Unsere Einschätzung: Regelmäßige Clinics, Mentorenprogramme und Anerkennung für Wiederverwendung bewährter Muster stärken Qualität nachhaltig.
Risiko: Wissensverlust bei Personalwechseln.
Unsere Einschätzung: Kurze Service-Handbücher, zentrale Ablagen und benannte Product Owner sichern Kontinuität.
Risiko: Unkontrollierte Nutzung sensibler Konnektoren.
Unsere Einschätzung: Klar definierte, risikobasierte Freigabelisten und befristete Ausnahmen mit regelmäßiger Prüfung.
Risiko: Kostenwahrnehmung ohne Kontext.
Unsere Einschätzung: Lizenzkosten immer im Verhältnis zu eingesparter Arbeitszeit und vermiedener Nacharbeit darstellen.
Risiko: Nachlassende Barrierefreiheit bei hoher Geschwindigkeit.
Unsere Einschätzung: Accessibility-Prüfungen als festen Bestandteil der Definition of Done verankern.
Risiko: Datenresidenz und grenzüberschreitende Verarbeitung.
Unsere Einschätzung: Transparente Dokumentation und klar definierte Standardmuster schaffen Sicherheit.
Risiko: Abhängigkeit von einzelnen lokalen Treibern.
Unsere Einschätzung: Verantwortung verteilen, Erfolge sichtbar machen und Fortschritt regelmäßig berichten.
Verhältnismäßige Governance
Die überzeugendsten Beispiele benötigten keine komplexe Technologie, sondern saubere Prozesse, angemessene Leitplanken und die Bereitschaft, Unwirksames frühzeitig zu stoppen. Governance reduziert Unsicherheit, beschleunigt Entscheidungen und wirkt – richtig eingesetzt – als Enabler statt als Bremse.
Bedeutung für Führungskräfte
Der Fokus sollte auf messbaren Ergebnissen für Nutzerinnen, Nutzer und Entscheidungsträger liegen – nicht auf reinen Plattformmetriken. Sichtbare Leitplanken ermöglichen Geschwindigkeit ohne spätere Risiken. Ein gemeinsamer Überblick über aktive, auslaufende und skalierungsreife Lösungen erleichtert Priorisierung und Steuerung.
Low Code als Produktplattform denken
Ein schlankes, gemeinsames Betriebsmodell, klare Product Ownerships, regelmäßige Clinics und ein Katalog bewährter Muster bilden die Basis. Priorisieren Sie wenige, klar messbare Policy-Prototypen pro Quartal und halten Sie das Portfolio transparent, um gezielt stoppen, starten und skalieren zu können.
Nächste Schritte
Eine geförderte Discovery-Phase erkunden: Hitachi Solutions bietet Power-Platform-Envisioning-Formate, um identifizierte Chancen gemeinsam in Minimum Viable Products mit schnellem Impact zu überführen. Prüfen Sie mögliche Microsoft-Förderungen für Ihre Organisation und nehmen Sie Kontakt auf.