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Manche Konferenzen bestätigen, was man bereits weiß. Andere verändern die eigene Perspektive grundlegend. Die FabCon 2026 gehörte eindeutig zur zweiten Kategorie. Ohne große Inszenierung oder Hype ließ sich überall dieselbe Erkenntnis beobachten: Enterprise‑KI ist ohne wirklich nutzbare Daten nicht realisierbar.

Gemeint sind Daten, die in Echtzeit fließen, unternehmensweit vereinheitlicht, sauber governanced und kontextualisiert sind – und das im Maßstab großer Organisationen.

Was noch vor wenigen Monaten als schwer umsetzbar galt, nimmt heute zunehmend konkrete Formen an. Möglich wird dies durch die Weiterentwicklung von Microsoft Fabric und anderer führender Plattformen im Markt, die Datenintegration, Governance und KI‑Bereitstellung auf ein neues Niveau heben.

 

Die Grundlagen sind gelegt

Die Grundlagen sind gelegt. In vielen Sessions wurde bestätigt, was Organisationen bereits aus eigener Erfahrung kennen: KI funktioniert nur dann, wenn die zugrunde liegenden Daten vorbereitet sind – nicht nur verfügbar, sondern konsistent, vertrauenswürdig und gezielt für konkrete Anwendungsfälle strukturiert.

Die Entwicklungen rund um Microsoft Fabric zeigen, dass dieses Ziel inzwischen erreichbar ist. Auffällig ist vor allem die Geschwindigkeit, mit der sich die Plattform weiterentwickelt. Es handelt sich nicht um eine schrittweise Evolution, sondern um eine klare Beschleunigung. Microsoft investiert konsequent, und diese Dynamik ist in der gesamten Plattform sichtbar.

Fabric IQ integriert Semantik, Ontologien und agentische Logiken direkt im Kern. Data Agents sind allgemein verfügbar und eng mit der M365-Copilot-Umgebung verzahnt. Auch Governance- und Sicherheitsfunktionen in OneLake stehen produktiv zur Verfügung. Mit SAP-Datasphere-Mirroring sowie der bidirektionalen Interoperabilität mit Snowflake und Databricks werden bestehende Brüche in Datenlandschaften zunehmend reduziert.

Die Plattform ist heute in der Lage, Organisationen beim Aufbau belastbarer KI-Grundlagen zu unterstützen – nicht als Perspektive, sondern als umsetzbare Realität. Fachanwender:innen können eigene Agenten erstellen, ohne tiefgehende technische Kenntnisse. Gleichzeitig vereinfacht das Copilot-Ökosystem die Entwicklung und Pflege von Datenpipelines und Datenmodellen. Fabric beschleunigt nicht nur KI-Initiativen, sondern nutzt KI auch zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der eigenen Datenschicht. Vor zwölf bis achtzehn Monaten war dieses Niveau so nicht erreichbar.

Dabei handelt es sich nicht um isolierte Verbesserungen, sondern um strukturelle Veränderungen. Fabric entwickelt sich von einer Analytics-Plattform hin zu einer zentralen Grundlage für Enterprise-KI. Ähnliche Entwicklungen sind auch bei Plattformen wie Databricks zu beobachten.

Für Hitachi Solutions ist diese Entwicklung konkret nutzbar. Die Plattform ermöglicht es, Datenlandschaften zu vereinfachen, Governance verlässlich umzusetzen, Systeme zu integrieren und Architekturen zu entwickeln, die mit steigenden KI-Anforderungen skalieren.

Die Praxisbeispiele unterstreichen das. Art Cabugason von CDW zeigte einen strukturierten Ansatz zur Organisation von Fabric-Kapazitäten in großen Unternehmen. Daniel Retzer von Hitachi Energy präsentierte die Modernisierung einer gesamten Lösungslandschaft für Energienetze auf Basis von Fabric, Foundry und agentischer Architektur. LexisNexis demonstrierte einen wiederholbaren Ansatz zur Entwicklung und zum Testen von Agenten mit dem Fabric SDK, einschließlich Notebooks, Q&A-Paaren und iterativer Optimierung über Copilot.

Diese Beispiele zeigen produktive Anwendungen, keine konzeptionellen Demonstrationen.

Mit den Operations Agents in der Public Preview wird zudem der Übergang von reaktiven Prozessen hin zu proaktiven, teilautomatisierten Abläufen in nahezu Echtzeit sichtbar. KI wird damit zunehmend Bestandteil des operativen Betriebs.

Der Power-BI-Turing-Test verdeutlichte die Rolle von KI im Zusammenspiel mit menschlicher Expertise. In einigen Aufgaben war eine erfahrene Expertin klar überlegen, in anderen lagen die Ergebnisse auf ähnlichem Niveau. KI kann Entwicklung deutlich beschleunigen, ersetzt jedoch keine Erfahrung in Architektur, Bewertung und Qualitätssicherung.

Was bedeutet das für Hitachi Solutions und unsere Kunden?

Für Hitachi Solutions und seine Kunden bedeutet das: Die Phase des Experimentierens wird abgelöst durch konkrete Umsetzung. Fabric entwickelt sich – gemeinsam mit Plattformen wie Databricks – zu einer tragfähigen Grundlage für skalierbare KI-Initiativen.

Die vorhandenen Governance-Funktionen, agentischen Ansätze und die Architektur der Plattform ermöglichen es, von isolierten Projekten zu unternehmensweiten Strukturen überzugehen. Systeme können modernisiert, bestehende Ansätze weiterentwickelt und KI-fähige Architekturen aufgebaut werden, die sicher und skalierbar sind.

Gleichzeitig bleibt der Bedarf, in Kompetenzen, Methoden und Delivery-Qualität zu investieren. Die technologische Reife schafft neue Möglichkeiten, erhöht aber auch die Anforderungen an Umsetzung und Steuerung.

Die FabCon 2026 zeigt damit nicht nur die Richtung, sondern vor allem den aktuellen Umsetzungsstand – und welche konkreten Potenziale sich daraus heute bereits realisieren lassen.

Robert Worsley

Autoren-Spotlight

Robert Worsley

Rob Worsley ist erfahrene Führungskraft im Bereich Data & Analytics und ausgewiesener Experte für Data Science. Sein Ziel ist, seine Kunden dabei zu unterstützen, datengetriebene Unternehmen zu werden, indem er die Skalierung von Lösungen mit hohem Mehrwert beschleunigt.