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Die EuroCIS 2022 zeigte, wohin sich der Handel verändert

Nach fast drei Jahren pandemiebedingter Auszeit konnte die EuroCIS endlich wieder vom 31. März bis zum 2. Juni in Düsseldorf stattfinden. Im Frühjahr gab es noch einmal eine kurze Irritation, weil der Termin erneut verschoben werden musste. Unser Retail-Spezialist Michael Berroth berichtet über seine Eindrücke von der Messe.

Europas größte Fachmesse für Retail-Technologie gilt als wichtiges Forum und als Leistungsschau in Sachen technologischer Fortschritt. Rund 9.070 Fachbesucher*innen aus 88 Ländern strömten an den drei Messetagen durch die Messehallen der EuroCIS, wo 345 Aussteller aus 33 Nationen ihre Innovationen präsentierten. Auch das Retail-Team von Hitachi Solutions war als Mitaussteller und Implementierungspartner am Stand von Microsoft Deutschland in Halle 9 vertreten.

Eine funktionierende IT wird für den Handel erfolgsimmanent

Bei meinen Rundgängen durch die Messehallen hatte ich den Eindruck, dass Handelsorganisationen die Bedeutung der IT für den Geschäftserfolg inzwischen deutlich höher bewerten. Die Digitalisierung ganzer Geschäftsmodelle und der Omnichannel-Vertrieb gehen Hand in Hand mit der Tatsache, dass es interne oder externe IT-Partner braucht, welche die erforderliche Infrastruktur bereitstellen, warten und gegebenenfalls auch die Endnutzer im Umgang damit schulen können.

Die Corona-Pandemie hat allen Händlern schließlich deutlich vor Augen geführt, dass die digitale Transformation sich gar nicht mehr aufhalten lässt. Binnen kurzer Zeit hat sie auch die Bereitschaft der Kund*innen zwangsläufig erhöht, kontaktlos und bargeldlos zu bezahlen, ob per NFC oder mobiles Gerät. Auf der EuroCIS wurden die neuesten Zahlungssysteme via Tablet oder Smartphone vorgestellt, die den Handel sprichwörtlich weiter „mobilisieren“ werden.

Spannend zu sehen ist hier, wie die mobilen Endgeräte auch zur Vernetzung und Information von Mitarbeitern im Handelsunternehmen eingesetzt werden können. Auf der Messe wurden interessante Case Studies von Einzelhändlern vorgestellt, bei denen Apps die interne Kommunikation erleichtern. Hierbei spielten insbesondere mobile Anwendungen über das Kaufverhalten von Kunden – also Einblicke beispielsweise in Kundenbindungsprogramme und damit verbundene Daten – eine große Rolle. 

Die Pandemie hat den Käufer*innen auch neue Liefer- und Bereitstellungssysteme wie „Click & Collect“ nähergebracht, die sie bislang noch nicht kannten oder nutzen wollten. Damit ist es naheliegend, dass die nahtlose Verknüpfung von Online- und Offline-Kanälen eines der Topthemen der Messe war.

Immer mehr Prozesse erfolgen kontaktlos

Der gesamte Checkout-Prozess, ob im stationären oder im Online-Handel, wird immer digitaler und kontaktloser. Im Trend liegen hier Apps zum kontaktlosen Bezahlen, Self-Checkout-Terminals, Automatisierung und künstliche Intelligenz. Die Zukunft verheißt „Smart Stores“, wo Konsumenten ihre Ware selbst scannen, kontaktlos bezahlen und so keine Wartezeiten mehr in Kauf nehmen müssen. Auch Kryptowährungen – wenn auch aktuell im Fokus – halten vielleicht bald schon Einzug in die Payment-Systeme, gleichzeitig werden Bargeld-Transaktionen immer seltener.

Retailer entdecken das Smartphone in der Hand ihrer Kund*innen zunehmend auch als ideales Instrument zur mobilen Kundenbindung. Über Apps werden ihnen immer mehr und immer bessere digitale Kundenservices bereitgestellt, beispielsweise Loyalty-Systeme mit personalisierten Online-Coupons und Rabattaktionen, Einkaufsplaner, digitalen Kundenkarten sowie profilgerechte Up- and Cross-Selling-Angebote.

Auch bei ihren internen Prozessen und Abläufen können sich Händler in Bereichen wie automatisierte Bestandsverwaltung, Replenishment (Nachschub-Management) und Forecasting technologiegestützt ganz neu aufstellen. Automatisierungsmöglichkeiten, der Einsatz künstlicher Intelligenz sowie Data & Analytics ermöglichen ihnen smartere Abläufe, mehr Transparenz und bessere Insights. Das Ziel: schnellere Lösungen und insgesamt weniger Kosten durch ein zeitgemäßes und effizientes Prozessmanagement.

Wohin geht der Trend?

Der Fokus der EuroCIS 2022 galt mit zahlreichen Sessions und Case Studys den großen Themenfeldern „Smart Store“, „Connected Retail“, „Omnichannel-Vertrieb“ und „Customer Centricity“-Marketingansätzen.

Künstliche Intelligenz, AR/VR, Automatisierungen, Data Analytics und Datenharmonisierung durchdringen bald alle Bereiche in den Handelsunternehmen. Zahlreiche Neuerungen im Feld der Payment- und Checkout-Lösungen, der kassenlosen Stores, intuitiv nutzbare Checkout-Terminals oder -Kioske, Digital Signage oder gar interaktive Schaufenster versprechen eine Vereinfachung der kundenbezogenen Vorgänge. Der Kunde im Mittelpunkt: Technologie macht es möglich und einfach.

Noch nutzen erst wenige Unternehmen KI-basierte Datenmodelle, mit denen sie Datenanomalien frühzeitiger entdecken und Einschränkungen bei der Auftragsabwicklung proaktiv erkennen und beheben können. Doch der Weg ist bereitet, die Technologie dafür steht bereit. Immer mehr Entscheider im Handel, unabhängig davon, wie groß das Unternehmen ist, beschäftigen sich gerade intensiv mit den Chancen der Digitalisierung. Auch Hitachi Solutions steht gemeinsam mit Microsoft als Lösungspartner bereit, um unseren Retail-Kunden ein digital getriebenes und datengestütztes Business zu ermöglichen.  Mit regelbasierten Systemen können wir sie dabei unterstützen, Prozesse zu automatisieren, bei unterschiedlichen Vorgängen KI-gestütztes Risk-Management zu integrieren und die Auftragsabwicklung insgesamt zu optimieren. Einer unser Lösungsansätze mit Microsoft Dynamics 365, den wir auf der EuroCIS vorgestellt haben, ist „Intelligent Order Management“. Erfahren Sie mehr dazu auch im persönlichen Gespräch mit uns.

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