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Microsoft Inspire

Inspirationen der Microsoft Inspire: Digitaler Wandel bei Unilever

Vor einigen Wochen hatten das Team von Hitachi Solutions und ich das Vergnügen, an der Microsoft Inspire 2019 teilzunehmen – im schillernden Las Vegas! Im Rahmen der Konferenz haben sich tolle Gelegenheiten ergeben, Partner und Kunden aus der ganzen Welt kennenzulernen bzw. wiederzusehen und über die für die Microsoft-Technologien anvisierten Ziele zu sprechen. Außerdem hat mich die Darbietung des erfolgreichen digitalen Wandels innerhalb der gesamten Microsoft-Technologieplattform beeindruckt.

Von allen Sessions, die ich auf Inspire besucht habe, hat die Unilever-Fallstudie mich am meisten inspiriert. In ihrer Corenote Speech luden Gavriella Schuster und Judson Althoff den Chief Engineer von Unilever, Dave Penrith, ein, über seine Erfahrungen mit der erfolgreichen Umsetzung einer als Digital Twinning bekannten Technologie in einem der Unilever-Werke zu berichten.

Für mich war der Vortrag eine Erleuchtung, denn auch wir bei Hitachi Solutions konnten uns bereits von der Kraft des Digital Twinning überzeugen. In finde, dieser Blog eignet sich perfekt dazu, das Phänomen Digital Twinning näher zu beleuchten und zu überlegen, wie es auch bei anderen Herstellern Ergebnisse liefern und zur Leistungssteigerung beitragen kann.

Was ist Digital Twinning?

Ein digitaler Zwilling ist eine digitale Nachbildung eines Objekts, Prozesses oder Systems in der realen Welt. Bislang bedeutet das in der Regel die Erstellung einer digitalen Maschinensimulation, die durch Echtzeitdaten ihres physischen Gegenstücks angetrieben wird. Mit Hilfe des Internet of Things (IoT) greift die Technologie Informationen zu der Maschine ab und baut daraus den digitalen Zwilling. Die Analyse dieser Informationen kann dann über Algorithmen der KI und des maschinellen Lernens erfolgen; anhand der resultierenden Erkenntnisse lassen sich Risiken vorhersagen und Verbesserungen vorantreiben.

Wegbereiter für Digital Twinning war die NASA, lange bevor das IoT Wirklichkeit wurde: Man brauchte eine Methode, um Störungen an den Geräten im All per Fernzugriff zu erkennen, auszuwerten und zu beheben. Damit Digital Twinning dem Produktionssektor von Nutzen sein kann, gilt es jedoch zunächst, das Potential neuer Technologien – wie Azure, maschinelles Lernen, IoT und Analytics – auszubauen. 

Unilever: eine Fallstudie zum Erfolg

Die Unilever-Fallstudie hat mich deshalb so begeistert, weil sie hervorragend aufzeigt, wie der digitale Wandel sowohl Unternehmen als auch Menschen wahrhaftig und messbar verändern kann. In seinem Werk in Valinhos, wo Seife der Marke Dove produziert wird, hat Unilever auf Basis von Azure-, IoT-, Analytics- und KI-Technologie eine digitale Architektur aufgebaut.

Bevor der digitale Zwilling geboren wurde, haben Stromausfälle und Maschinenversagen immer wieder die Produktivität beeinträchtigt. Die drei Fertigungsstraßen des Werks produzieren insgesamt ca. 1.500 Stück Seife pro Minute – jede Sekunde zählt also. Da keine Daten verfügbar waren, mussten die Techniker jedes Mal an den 12-Meter-hohen Maschinen hochklettern, um den Fehler – oder auch die Nadel im Heuhaufen – zu suchen.

Eine moderne IoT-Lösung

Mit IoT- und KI-Technologie hat Unilever einen digitalen Zwilling der Maschinen für die Seifenherstellung geschaffen. Über IoT-Sensoren konnte der digitale Zwilling riesige Mengen an Daten zu den Maschinen abgreifen, von der Anzahl an Seifenstücken pro Minute bis hin zur Temperatur einzelner Maschinenteile.

IoT-Sensoren und -Kontrollen an den physischen Komponenten senden Signale an digitale Simulationen und ermöglichen es den Betreibern, den Zustand jedes einzelnen Teils nahezu umgehend zu erkennen, die Leistung zu optimieren und zu entscheiden, ob eine Wartung vonnöten ist. Diese Informationen wurden dann in Algorithmen des maschinellen Lernens und der Analytics eingespeist. Das Ergebnis: Trends konnten identifiziert und Erkenntnisse abgeleitet werden, die mit der Zeit und durch die Eingabe weiterer Informationen immer umfassender und vielschichtiger wurden.

Durch die Verarbeitung und Analyse dieses gewaltigen Datenvolumens konnten die Betreiber des Werks Valinhos ihre Maschinen besser verstehen. Probleme könnten näher beleuchtet und in vielen Fällen sogar ganz vermieden werden. Sie fragen sich, was das Unilever gebracht hat? Einsparungen von € 2,5 Millionen und eine 3%ige Produktivitätssteigerung allein im ersten Jahr.

Digital Twinning in der Praxis

Digital Twinning erhält immer mehr Zulauf im erweiterten Produktionssektor – aus denselben Gründen, aus denen sich auch Unilever dafür entschieden hat. Mit digitalen Technologien erzielen Hersteller schnellere und kostengünstigere F&E-Zyklen, stellen sicherere, bessere Produkte her und treffen solidere Entscheidungen.

So werden laut einer Prognose der IDC bis 2020 30 % aller Global 2000-Unternehmen digitale Zwillinge und IoT-vernetzte Produkte einsetzen, um Produktinnovation und Produktivität zu steigern, und erzielen dadurch einen Gewinnzuwachs von bis zu 25 %.

Die Vorzüge zeigen sich jedoch in ganz unterschiedlicher Form – nicht nur in der Produktivitätssteigerung. In der Automobilindustrie wird Digital Twinning beispielsweise zum Vorhersagen und Beheben von Wartungsproblemen sowie zur Messung des ökologischen Fußabdrucks von Produktionsprozessen eingesetzt.

Auch General Electrics konnte mit der Technologie bereits Erfolge feiern: ein digitaler Windpark, mit dem die Leistungsfähigkeit der Windturbinen maximal ausgeschöpft werden kann. Zudem prüft das Unternehmen derzeit die Möglichkeit einer Zusammenführung dieser Technologie und Alternate Reality (AR); mit einer HoloLens wird die physische Simulation des digitalen Zwillings geprüft.

Hitachi Solutions: Spitzenreiter in Sachen Innovation

Bei Hitachi Solutions konnten wir uns bereits ein Bild des Potentials IoT-basierter Technologie machen: Im Rahmen eines Projekts mit Okuma, einem Werkzeugmaschinenhersteller aus Japan, haben wir durch die Verkürzung von Fabrikzyklen und die Visualisierung des Produktionsbereichs zur Optimierung beigetragen. Dazu haben wir mit Hilfe des IoT Daten zur Produktionsleistung und zum Betriebszustand der Maschinen erfasst und verknüpft. Wie auch Unilever konnten wir uns von dem enormen Beitrag der IoT-Technologie zur Optimierung von Prozessen und Geschäftsergebnissen überzeugen.

Die Fallstudie von Unilever ist hochinteressant und die Auseinandersetzung damit lohnt sich auf jeden Fall, würde aber den Rahmen dieses Blogeintrags sprengen. Wenn Sie mehr über die eindrucksvolle Fallstudie erfahren möchten, empfehle ich Ihnen David Penriths Beitrag zur Corenote Speech, der in dem Video nach ca. 20 Minuten beginnt.

Nun, da die Erinnerung an den Glanz und Glamour von Las Vegas und Microsoft Inspire verblasst, ist es meiner Meinung nach an der Zeit, uns auf 2020 vorbereiten! Sie möchten wissen, welche praktischen Vorteile IoT und Digital Twinning für Ihr Unternehmen bereithalten? 

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Michelle Maden

Michelle is a Vice President at Hitachi Solutions and a highly successful architect, having qualified as an accountant and attained an MBA in her early career. She has extensive experience in digital transformation, solution architecture and international project management across multiple technologies such as Microsoft, Oracle, SAP and SAS.

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Autor im Blickpunkt

Michelle Maden

Michelle is a Vice President at Hitachi Solutions and a highly successful architect, having qualified as an accountant and attained an MBA in her early career. She has extensive experience in digital transformation, solution architecture and international project management across multiple technologies such as Microsoft, Oracle, SAP and SAS.