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Maschinenbau

Was der Maschinen- und Anlagenbau von der IT lernen kann

Hitachi Solutions > Blog > 2020 > 03 > Was der Maschinen- und Anlagenbau von der IT lernen kann

Historische Entwicklungen in der IT-Industrie und aktuelle Trends im Maschinen- und Anlagenbau zeigen manche Parallelen.

Vor einigen Jahren las ich einen Artikel, in dem das Auto mit dem Personal Computer verglichen wurde. In leicht belächelnder Art wurde beschrieben, wie unzureichend und fehlerhaft Betriebssysteme und Software des PCs im Vergleich zum ausgereiften Auto doch wären. Der Rechner müsste immer wieder neu gestartet werden, was bei einer Maschine oder bei Anlagen gar nicht möglich wäre. Es lebe die Ingenieurskunst und die Qualität des Maschinen- und Anlagenbaus. Die IT könne doch von diesem Wirtschaftszweig noch so viel lernen. An den Grundtenor in diesem Artikel erinnere ich mich bis heute.

Seit den Boom-Jahren im Silicon Valley ist jedoch viel Zeit vergangen. Der digitale Fortschritt schuf die Grundlage für die heutige Industrie 4.0. Unternehmer wie Elon Musk produzieren in ihren intelligenten Fabriken vielerlei digital getriebene Lösungen – auch für das Autonome Fahren. Das Auto ist, wenn man so will, selbst zum Computing System geworden.

Der Kundennutzen als Schlüssel zum Erfolg

Für Maschinen- und Anlagenbauer und auch für Apparate- und Gerätebauer ist vielleicht jetzt ein günstiger Zeitpunkt, über den Tellerrand zu schauen. Beide Seiten kenne ich gut: Ich bin in und mit der IT aufgewachsen, komme jedoch ursprünglich aus einem Elternhaus, in dem der Maschinenbau eine Rolle spielte. Ich denke, es gibt vielfältige Aspekte, die sich von einer in die andere Branche adaptieren lassen.

Vor allen anderen Branchen ist es der IT-Industrie hervorragend gelungen, den Kundennutzen bei der Entwicklung neuer Lösungen und bei Marketing und Vertrieb immer in den Vordergrund zu stellen. Das schließt auch den Nachverkauf ein: vom Austausch ganzer Lösungen bis zum Austausch oder Upgrade von Komponenten als voll integrierte Bestandteile moderner Cloud-Services. 

Erfolgreiche Unternehmen richten also ihr ganzes Wirken darauf aus, ihren Kunden – Business- oder Endkunden – messbaren Nutzen über die gesamte Lebenszeit als komfortable Services zur Verfügung zu stellen. Alles was konzipiert, gebaut und umgesetzt wird, folgt diesem Service-Gedanken:

  • Welches Bedürfnis hat unser Kunde und welches Bedürfnis hat wiederum sein Kunde?
  • Wie können wir dieses Bedürfnis besser verstehen und bedienen?
  • Wie können wir als Service-Anbieter unserem Kunden helfen, auch morgen in seinem Markt erfolgreich zu sein?

Service muss den Maschinen- und Anlagenbau noch mehr bestimmen

Während der Maschinen- und Anlagenbau vor zehn oder zwanzig Jahren noch sehr produktzentriert agierte, verändert sich mittlerweile auch hier die Sichtweise: Der Kunde, seine Bedürfnisse und seine Customer Journey mit einem Unternehmen stehen immer mehr im Fokus.

Alte Ressentiments und Glaubenssätze werden einfach über Bord geworfen und durch neue ersetzt. „Just f… do it“ ist so ein Grundsatz im Sillicon Valley. Gleiches könnte dem Maschinen- und Anlagebau helfen. Alte Strukturen, die sich gestern noch bewährt haben, gilt es nun zu überdenken und aufzubrechen. Einfach machen, einfach mal ausprobieren …

„Manche Menschen mögen keine Veränderung. Du musst sie allerdings
mit offenen Armen empfangen, wenn die Alternative ein Desaster ist.“

Elon Musk

Man rufe sich nur in Erinnerung: Wer in der IT-Industrie

  • nicht innovativ genug war,
  • Kunden und deren Bedürfnisse nicht genau kannte,
  • nicht bereit war, etwas zu wagen und veränderte Kundenbedürfnisse aktiv zu bedienen,

war sehr bald weg vom Markt. Wer erinnert sich noch an Unternehmen wie Yahoo, AOL oder Nokia? In ihrer Zeit waren sie jedoch Leader und Champions.

Mit Mut voran – dem Wandel aktiv begegnen

Für eine Leitbranche wie der Maschinen- und Anlagenbau werden Innovation und Kundenorientierung zu entscheidenden Faktoren. Nicht mehr nur die Erfolge der Kollegen im Außendienst gilt es ab jetzt zu feiern. Auch der Wechsel eines Angebots in die Cloud, begleitet von kleineren Service-Paketen, kann künftig zum Erfolg beitragen. Flexible Konzepte ähnlich wie bei Apple, die Hard- und Software-Services zum perfekten Gesamtpaket verbinden, werden auch im Maschinen- und Anlagebau zukunftsweisend sein.

Kunden bezahlen vielleicht auch jeden Monat lieber eine verwaltbare Lizenzgebühr, statt einen großen Einmalbetrag initial. Sie haben schließlich die Wahl: Sie können jederzeit den Anbieter wechseln, doch warum sollten sie es tun, wenn sie zufrieden sind? Der Mut und die Erkenntnis, diesen Weg zu gehen, hat die IT-Industrie befördert und die digitale Transformation erst möglich gemacht.

Was wird passieren, wenn die Grenzen zwischen realen und virtuellen Welten weiter verschwimmen? Wie werden sich die Geschäftsmodelle verändern? Wird Hardware, werden Maschinen zur Commodity, wie es in der IT der Fall ist? Derzeit lässt sich das kaum abschätzen. Der Umbruch ist im Gang. Wer also den Sprung ins kalte Wasser wagt, flexibel bleibt und auch unter neuen Bedingungen weiterschwimmen kann, muss sich vor der Zukunft nicht fürchten.

Müssen sich Maschinen- und Anlagenbauer jedoch komplett neu ausrichten? Eine Revolution starten in ihren Unternehmen, um erfolgreich zu bleiben? Ich denke nicht. Sicher ist es zunächst einfacher, ein neues Service-Model im Bestand zu etablieren, bei dem der Kunde und sein Nutzen im Fokus steht, bevor man ein neues Unternehmen mit einer neuen Mannschaft im anstrengenden Startup-Modus hochzieht.

„Wenn alles gegen dich zu laufen scheint, erinnere dich daran, dass das Flugzeug gegen den Wind abhebt, nicht mit ihm.“

Henry Ford

Ein Beispiel ist hier auch Microsoft, der zweitgrößte Player im Cloud-Infrastruktur-Bereich. Durch konsequentes Umdenken und den Mut, neue Märkte und Themen aktiv anzugehen, ist es Microsoft gelungen, innerhalb weniger Jahre aus dem IT-Mittelfeld zurück zur Branchenspitze zu stoßen. Statt auf betriebswirtschaftliche Rechenmodelle konzentrierte es sich auf technische Innovation und orientierte sich dabei am aktuellen und künftigen Bedarf seiner Kunden. Sein unternehmerisches Erbe war dafür die Grundlage, um die Neuausrichtung erfolgreich zu gestalten.

Auch Maschinen- und Anlagenbauer, Geräte- und Apparatebauer können diesen Weg gehen. Sind sie bereit, Kunde zu denken und Service zu leben, brauchen sie nur das Quäntchen Mut und die passende Infrastruktur. Service ist die Zukunft, in allen Industrien und Branchen, überall auf der Welt. Die einfache Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigen Informationen und Vergleichsmöglichkeiten machen es möglich, stets zu wissen, was Kunden brauchen.

„Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“

Henry Ford

 

Service-orientiert durchstarten mit der geeigneten Infrastruktur

Hitachi Solutions unterstützt Unternehmen bei der strategischen Neuorientierung. Als Teil eines weltweit agierenden Unternehmens im Maschinen- und Anlagenbau kennen wir die Branche und ihre Märkte gut. Als einer der führenden Manufacturing Partner von Microsoft sind wir spezialisiert auf die Einführung von Cloud-basierten Business-Applikationen wie Microsoft Dynamics 365. Wir unterstützen Unternehmen aller Größen dabei, ihr Geschäftsmodell in passende IT-Lösungen und Service-Cycles zu übersetzen und so maximalen Nutzen zu realisieren.

Unsere Innovation Factory in Kooperation mit Microsoft ermöglicht einen schnellen, unkomplizierten und kostengünstigen Aufbruch in den Service-orientierten Maschinen- und Anlagebau. Das Start-Angebot beinhaltet skalierbare und individualisierbare Komponenten:

  • Lösungsvorstellung mit Live-Vorführung im laufenden System. Die Simulation mit Microsoft Dynamics 365 zeigt unter anderem Features zur Kundenbindung sowie zur Prozess- und Kostenoptimierung.
  • Im mehrtägigen Workshop evaluieren wir gemeinsam mit Microsoft eine umfassende Lösung für Struktur und Services.
  • Im MVP arbeiten wir die Ergebnisse aus dem Workshop in transparenter Form auf und überführen sie in eine erste prototypische Lösung.
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Mileva Mitrovic-Grcic

Mileva Mitrovic-Grcic arbeitet seit 2018 als Capability Lead und Solution Architect für die Hitachi Solutions Germany GmbH.

Ihr Fokus liegt darauf bei Ihren Kunden Lösungen auf Basis Microsoft Dynamics 365 sowie Microsoft Azure für alle Themen rund um „(Professional) Services for Industries“ – inklusive Field Service – erfolgreich einzuführen. Seit 2003 ist Sie in im ERP-Bereich im Microsoft Dynamics Umfeld tätig. Sie verfügt über umfassende Erfahrungen und Kenntnisse, um sowohl das Gesamtbild der Lösungsanforderungen eines Kunden, seiner Herausforderungen sowie der Wünsche und der Bedürfnisse von Fachbereichen und Endanwendern zu verstehen und unter einen Hut zu bringen.

Sie unterstützt Kunden bei der Erstellung einer Lösungsarchitektur, beim Projektmanagement und bei der fachlichen Analyse und der Implementierung. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf den Branchen Anlagebau, Maschinenbau, Automotive und Facility Management.

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Mileva Mitrovic-Grcic

Mileva Mitrovic-Grcic arbeitet seit 2018 als Capability Lead und Solution Architect für die Hitachi Solutions Germany GmbH.

Ihr Fokus liegt darauf bei Ihren Kunden Lösungen auf Basis Microsoft Dynamics 365 sowie Microsoft Azure für alle Themen rund um „(Professional) Services for Industries“ – inklusive Field Service – erfolgreich einzuführen. Seit 2003 ist Sie in im ERP-Bereich im Microsoft Dynamics Umfeld tätig. Sie verfügt über umfassende Erfahrungen und Kenntnisse, um sowohl das Gesamtbild der Lösungsanforderungen eines Kunden, seiner Herausforderungen sowie der Wünsche und der Bedürfnisse von Fachbereichen und Endanwendern zu verstehen und unter einen Hut zu bringen.

Sie unterstützt Kunden bei der Erstellung einer Lösungsarchitektur, beim Projektmanagement und bei der fachlichen Analyse und der Implementierung. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf den Branchen Anlagebau, Maschinenbau, Automotive und Facility Management.

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Vielen Dank für Ihre Anfrage.

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